Leserbriefe der WLS

Offener Brief An die SPÖ – Salzburg, Herrn Parteiobmann LAbg. Walter Steidl

Salzburg, 14. März 2018

Sehr geehrter Herr LAbg. Steidl!

Einige wenige Anmerkungen zu Ihrem Wahlprogramm. Das erste Mal „gelingt“ es einer Partei eine Werbung für eine Firma ins Wahlprogramm aufzunehmen. Es ist nahezu grotesk, der Erweiterung eines EKZ auf der ehemals grünen Wiese das Wort zu reden. Auch wenn Sie sich mit dieser Nonsens-Forderung in vermeintlicher ehrenwerter Gesellschaft mit ÖVP und FPÖ sehen, kann diese Forderung nur als arbeitnehmerfeindlich bezeichnet werden.

Nicht nur das. Verbunden damit sind die Aushöhlung des ländlichen Raumes sowie die Erzeugung neuer Pendlerströme. Noch mehr Verkehr! Heute schon ersticken Taxham, Liefering, Wals-Siezenheim, Maxglan etc. im Zufahrtsverkehr. Mehr Jobs sagen Sie. Immer mehr, insbesondere Frauen, werden in die Teilzeit gedrängt und damit in die drohende Altersarmut. Wenn das Sozialdemokratie ist, müssen Sie damit selber fertig werden. Gleichzeitig geben Sie mit Ihrer Forderung für die Umwandlung von Lagerflächen in Verkaufsflächen dem Rechtsstaat einen Tritt. Das Sterben der Ortskerne im ländlichen Raum mit all den fatalen Folgen, wie Wirtshaussterben, Tod des Vereinslebens und Veröden der zwischenmenschlichen Beziehungen sind Ihnen offensichtlich egal. Eh schon wurscht.

Gleichzeitig wollen Sie mit ihrer SPÖ die 60.000 Pendler, welche in der Landeshauptstadt Brot und Arbeit finden, abzocken, während im EKZ Gratisparkplätze zuhauf angeboten werden. An Doppelbödigkeit ist das nicht mehr zu überbieten, wenn gleichzeitig ihr Stadtobmann Auinger den Kampf gegen den Verkehr aufnimmt. Unglaubwürdiger geht es nicht mehr. Offensichtlich interessiert es Sie auch nicht, dass der Nutznießer ihres unverständlichen Ansinnens auch der im gleichen Bereich angesiedelte Möbelmulti ist. Dazu könnten Sie sich bei ihrem Genossen, dem luxenburgischen Jean Asselborn (LSAP) erkundigen, wie viel Steuern die Betreiber wo zahlen. Es geht halt nichts über internationale Solidarität.
Das sind nur einige wenige Argumente, wobei ich der Überzeugung bin, dass diese nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Hochachtungsvoll,
Ihnen auch weiterhin ein gutes Leben*

 

Josef Fritzenwallner
Landesobmann

P.S.: Keiner Partei verpflichtet, erlaube ich mir den offenen Brief unseren Mitgliedern und Interessenten zur Verfügung zu stellen.
*Sie „garantieren“ auf Plakaten ein ebensolches.

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