Juncker: Man mag die Wahrheit nicht!

Juncker: Man mag die Wahrheit nicht!

Das Gespräch, welches SN-Redakteurin Monika Graf mit dem EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker führte, ist, wie es auch SN-Chefredakteur Perterer anmerkte, nichts Alltägliches.

Dem Kommissions-Präsidenten, welcher bei diesem Gespräch aus dem „Nähkästchen“ plauderte, darf sein Engagement für Europa sicher nicht genommen werden. Aber auch diese Medaille hat eine zweite Seite. Juncker sagte: „Man mag die Wahrheit nicht.“

Wahrheit ist insbesondere, dass die Kommission und damit Europa bis dato bei einem zentralen Thema vollkommen versagt hat bzw. absolut untätig ist. Die Steueroasen in der EU, z.B. Luxemburg, Irland und Niederlande tanzen dem Rest auf der Nase herum. Während in Österreich den klein -und mittelständischen Wirtschaftstreibenden eine Registrierkasse vor die Nase gesetzt wurde und für ein halbes Kilo Sauerkraut am Markt ein Bon ausgedruckt werden muss, läuft es in Luxemburg anders.

Ein Beispiel: Inter Ikea zahlte in Luxemburg bei einem Gewinn von 2,5 Milliarden Euro lediglich 48.000 Euro Steuern. In Österreich wären 625 Millionen Euro fällig gewesen. Die sogenannten CUM-EX-Geschäfte, eine Betrügerei unter den Augen der Steuerbehörden haben laut Finanzminister Löger einen gigantischen Schaden angerichtet. 75 Millionen Euro „Betrugsgeld“ sind verjährt. Warum wohl? Juncker war Luxemburger Premier, Chef der Eurogruppe und Finanzminister Luxemburgs, also mitverantwortlich für das zweierlei Maß.

Interessant ist, dass keine der Parteien in Österreich, welche zur EU-Wahl antreten das Trockenlegen der europäischen Steuersümpfe anspricht, dem gegenüber aber das laue Lüftchen der österreichischen „Steuerreform“ nach dem Muster eines altbackenen 5 Jahresplans abfeifert.

 

Josef Fritzenwallner
Landesobmann Wirtschaftsliste Salzburg (RfW)

Posted in Aktuelles, Allgemein, Fritzenwallner, Sepp, Presseaussendungen.

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