Sind Vereine schuld am Wirtshaussterben?

Sind Vereine schuld am Wirtshaussterben?

WK-Branchensprecher Mario Pulker meint in den Salzburger Nachrichten insbesondere das Vereinswesen sei für das Wirtshaussterben hauptverantwortlich. Die Vereine hätten im Gegensatz zu vor 40 Jahren eigene Lokale, wodurch die Gasthäuser immer leerer wurden und schließen mussten. Ende der Bestandsaufnahme. Damit der Weckruf nicht ganz daneben geht, führt der Branchensprecher noch die Einführung der Registrierkassenpflicht und der Allergenverordnung an, die tatsächlich viele Wirte zum Aufgeben gezwungen hat.

Die wahren Hintergründe sind vielschichtiger als diese Kurzformel. Unübersehbar ist die katastrophale Raumordnung, welche die mehrheitlich der ÖVP angehörenden Bürgermeister für rasches Geld ausnutzen. Die Verbauung der grünen Wiese mit Diskontern und anderen Märkten hat die Ortskerne verödet und zur Landflucht geführt. Wo kein gesellschaftliches Leben mehr stattfindet, bleiben auch die Gäste aus. Zuerst stehen die Geschäfte leer, dann erst sperrt der Wirt zu.

Die Einführung der Registrierkassenpflicht und der Allergenverordnung beschloss die Vorgängerregierung mit Zustimmung des damaligen Außenministers Kurz und des Wirtschaftsstaatssekretärs Mahrer. Kurz ist jetzt Bundeskanzler, Mahrer Präsident der Wirtschaftskammer und Pulker ist noch immer Branchensprecher. Sie haben jetzt noch mehr Macht, richtige Maßnahmen zu setzen. Europaweit einzigartig werden täglich Flächen im Ausmaß von zwei Fußballfeldern verbaut, wodurch die dramatische Entwicklung weiter verschärft wird. Oder sind daran auch die Vereine schuld?

Josef Fritzenwallner
Landesobmann Wirtschaftsliste Salzburg (RfW)

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